Der OstseeMan in Glücksburg hat auch bei seiner 24. Austragung eindrucksvoll bewiesen, warum die Veranstaltung zu den renommiertesten Triathlon-Events Norddeutschlands zählt. Rund 1.600 Athletinnen und Athleten sowie mehrere tausend Zuschauerinnen und Zuschauer verwandelten die Ostseeküste in ein stimmungsvolles Sportfestival. Nachdem im Vorjahr Dauerregen und hoher Wellengang die Bedingungen erheblich erschwert hatten, zeigte sich die Flensburger Förde diesmal von ihrer besten Seite: Bei 19 Grad Wassertemperatur, nahezu windstillen Verhältnissen und einem angenehmen Wechsel aus Sonne und Wolken fanden die Teilnehmenden ideale Voraussetzungen für schnelle Zeiten und hochklassige Wettkämpfe.
Foto: Julius Osner
Schnödewind gewinnt erstmals den OstseeMan
Das sportliche Highlight des Tages setzte Lukas Schnödewind. Der Athlet aus Osterrönfeld sicherte sich auf der Langdistanz über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und den Marathon in 8:05:22 Stunden erstmals den Gesamtsieg und stellte dabei gleichzeitig einen neuen Streckenrekord auf.
Knapp 250 Einzelstarter nahmen die Langdistanz in Angriff. Schnödewind legte den Grundstein für seinen Erfolg bereits im Wasser, wo er sich früh vom Feld absetzte und die Schwimmstrecke mit fast sieben Minuten Vorsprung beendete. Dennoch war ihm bewusst, dass mit Titelverteidiger Florian Harbig (TriZack Rostock) ein äußerst starker Verfolger auf ihn wartete, dessen Stärken insbesondere auf dem Rad und beim Laufen liegen.
Foto: Julius Osner
Dramatisches Finale auf der Laufstrecke
Auf dem Rad konnte Schnödewind seinen Vorsprung zunächst behaupten, ehe das Rennen auf dem abschließenden Marathon zunehmend an Spannung gewann. Harbig verringerte den Rückstand kontinuierlich und schien Kurs auf seinen dritten OstseeMan-Sieg in Folge zu nehmen.
„Ich bin die ganze Zeit meinen Rückstand vom Schwimmen hinterher gerannt. Ich wollte gern wieder gewinnen und habe alles gegeben“, erklärte Harbig nach dem Rennen.
Auch Schnödewind bemerkte an den Wendepunkten, wie schnell sein Vorsprung schmolz. „Als ich gesehen habe, wie nahe er ist, dachte ich schon, dass es um mich geschehen sei und er mir das Herz brechen würde“, sagte der spätere Sieger.
Rund zwölf Kilometer vor dem Ziel betrug Harbigs Rückstand nur noch etwa 100 Meter. Doch ein Krampf zwang den Titelverteidiger zu einer kurzen Pause. Diese Gelegenheit nutzte Schnödewind konsequent. „Als ich sah, dass der Streckenrekord noch drin ist, hat mir das neue Kraft gegeben und ich habe alles gegeben“, erklärte er.
Video: OstseeMan_official
Belohnung nach mehreren Anläufen
Für Schnödewind bedeutete der Triumph den verdienten Lohn nach mehreren unglücklichen Versuchen. In den vergangenen Jahren hatte er bereits mehrfach um eine Spitzenplatzierung gekämpft, war jedoch unter anderem durch einen Radsturz sowie eine Aufgabe infolge einer Unterkühlung ausgebremst worden.
„Mein Motto ist, niemals den Glauben zu verlieren. Ich komme so oft, bis es endlich klappt“, sagte der neue OstseeMan-Sieger.
Mit seinem Erfolg schrieb der 30-Jährige zugleich Geschichte: Er ist der erste Schleswig-Holsteiner, der seit der Premiere im Jahr 2002 die Männer-Langdistanz beim OstseeMan gewinnen konnte.
Harbig erreichte das Ziel nach 8:11:59 Stunden und blieb damit nur knapp über dem bisherigen Streckenrekord von 8:11:32 Stunden, den Timo Schaffeld 2023 aufgestellt hatte. Dritter wurde Bastian Luthmann in 8:22:08 Stunden. Rang vier belegte Fabian Sommer von den TriVelos Flensburg in 8:35:47 Stunden.
| Platz | Name | Nation | Swim | Bike | Run | Finish |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Lukas Schnödewind | GER |
0:53:46 | 4:16:10 | 2:52:26 | 8:05:21 |
| 2 | Florian Harbig | GER |
1:00:16 | 4:16:52 | 2:52:09 | 8:11:59 |
| 3 | Bastian Luthmann | GER |
1:09:50 | 4:21:23 | 2:46:59 | 8:22:08 |
| 4 | Fabian Sommer | GER |
1:04:05 | 4:28:05 | 2:59:44 | 8:35:47 |
| 5 | Timo Pippart | GER |
1:00:30 | 4:31:32 | 3:22:46 | 9:00:18 |
| 6 | Yannis Hippe | GER |
1:00:15 | 4:42:51 | 3:20:17 | 9:07:12 |
| 7 | Garvin Krug | GER |
1:00:14 | 4:53:26 | 3:15:18 | 9:13:25 |
| 8 | Daan Gehlen | NED |
1:00:12 | 4:51:50 | 3:24:10 | 9:20:16 |
| 9 | Lukas-William Kebbel | GER |
1:03:53 | 4:56:55 | 3:17:54 | 9:23:44 |
| 10 | Fritjof Dirksen | GER |
1:06:06 | 4:59:58 | 3:24:15 | 9:36:10 |
Hannah Deuring dominiert das Frauenrennen
Bei den Frauen setzte sich Hannah Deuring aus Hannover souverän durch. Sie gewann die Langdistanz in 9:41:39 Stunden vor Marie Hilscher (FC St. Pauli/9:56:25 Stunden) und Lisa Heinrichs (SV Würzburg 05/10:05:06 Stunden).
Am Abend wurden beide Langdistanz-Sieger an der Finish Line im Kurpark von Schleswig-Holsteins Landtagspräsidentin Kristina Herbst mit dem Sports Award der Baltic Sea Parliamentary Conference (BSPC) ausgezeichnet. Schleswig-Holstein nutzt die Auszeichnung und internationale Veranstaltungen wie den OstseeMan, um den Austausch zwischen Menschen und Organisationen in den Ostsee-Anrainerstaaten und -regionen zu fördern.
| Platz | Name | Nation | Swim | Bike | Run | Finish |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Hannah Deuring | GER |
1:09:30 | 4:57:59 | 3:30:09 | 9:41:39 |
| 2 | Marie Hielscher | GER |
1:05:47 | 5:13:21 | 3:32:49 | 9:56:25 |
| 3 | Lisa Heinrichs | GER |
1:10:43 | 5:17:18 | 3:34:00 | 10:05:06 |
| 4 | Annika Timm | GER |
1:11:28 | 5:42:52 | 3:59:42 | 10:59:13 |
| 5 | Lara Marie Focks | GER |
1:16:02 | 5:43:18 | 4:06:16 | 11:12:23 |
| 6 | Suzan van Burken | NED |
1:13:46 | 5:50:17 | 4:08:43 | 11:17:28 |
| 7 | Verena Lipps | GER |
1:11:35 | 5:57:22 | 4:12:41 | 11:29:45 |
| 8 | Kirsten Kascheike | GER |
1:20:12 | 6:01:52 | 4:01:42 | 11:30:16 |
| 9 | Kirsten Opmeer | NED |
1:06:23 | 5:57:02 | 4:24:01 | 11:35:48 |
| 10 | Regina Ditter | GER |
1:31:31 | 6:01:08 | 3:57:05 | 11:38:36 |
Entscheidungen auch auf der Mitteldistanz erst spät gefallen
Spannung herrschte ebenfalls auf der Mitteldistanz über 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und den Halbmarathon. Sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern fiel die Entscheidung erst in der Schlussphase.
Bei den Frauen setzte sich Jule Foelckel (ASC Göttingen) in 4:33:57 Stunden durch und verwies die Deutsche Meisterin Marianne Juliane Kulling (TV Fürstenwalde/4:39:36 Stunden) auf Rang zwei. Lea Paysen (SV Enge-Sande) belegte in 4:51:40 Stunden den vierten Gesamtrang und sicherte sich gleichzeitig den Landesmeistertitel.
Im Männerrennen feierte Finn von Schmeling (TriMichels Hamburg) ein erfolgreiches OstseeMan-Debüt. Der 28-Jährige machte auf der Laufstrecke entscheidenden Boden gut und gewann überraschend in 4:02:30 Stunden. Dario Ernst (KSV Baunatal/4:04:29 Stunden) wurde Zweiter, während Hauke Timme (USC Kiel/4:05:31 Stunden) als Dritter zugleich den Landesmeistertitel gewann.
Veranstalter ziehen positives Fazit
Auch organisatorisch fiel das Fazit der Veranstalter durchweg positiv aus. Sven Christensen, Geschäftsführer der OstseeMan Marketing und Event GmbH, blickte zufrieden auf das Wochenende:
„Was für ein perfektes Wochenende mit herausragenden sportlichen Leistungen, zufriedenen Gästen und ganz vielen Fans an der Strecke. Glücksburg hat seinem inoffiziellen Titel des 'Hawaii des Nordens' alle Ehre gemacht. Wir freuen uns schon auf den OstseeMan 2027 mit einem erhöhten Kontingent von Teilnehmern beim 'Glück in Sicht' Charity Run und dem Ausbau unseres Konzepts der 'Fan-Nester'. Wir bleiben ein Event der kurzen Wege, wo Topleistungen, hoher Teilnehmerservice und familiäre Atmosphäre zusammen kommen.“
Foto: Julius Osner


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