Triathleten auf dem Rad von vorn fahren in einer langgezogenen Reihe hintereinander

Mit einer weitreichenden Regelanpassung setzen zwei der wichtigsten Akteure im internationalen Triathlon ein starkes Signal für die Zukunft des Profisports: Sowohl IRONMAN als auch die CHALLENGE ROTH erhöhen ab der Saison 2026 die Windschattenzone im Profifeld von bislang 12 auf 20 Meter. Ziel ist es, den aerodynamischen Vorteil des Hinterherfahrens deutlich zu reduzieren und die Integrität des Nicht-Windschattenfahrens weiter zu stärken.

Diese Änderung betrifft nur die Profi-Athleten, für alle Age Grouper bleibt die 12-Meter-Windschattenbox weiterhin gültig.

Höhere Geschwindigkeiten = mehr Abstand

Beide Veranstalter reagieren auf die veränderten Rahmenbedingungen im modernen Triathlon: höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten, dichtere Leistungsfelder und immer ausgefeiltere Aerodynamik.

Die CHALLENGE ROTH hatte bereits im Herbst 2025 angekündigt, beim Profirennen ab 2026 einen 20-Meter-Abstand einzuführen, das hatte eine Umfrage unter vielen Top-Profis ergeben. In der offiziellen Pressemitteilung betonte das Organisationsteam um Rennleiter Felix Walchshöfer, dass diese Maßnahme vor allem der Fairness und Transparenz dienen soll. Gerade auf einer schnellen Radstrecke wie in Roth sei der aerodynamische Vorteil selbst bei 12 Metern Abstand immer noch signifikant messbar.

Triathleten fahren durch ein Zuschauerspalier bei der Challenge Roth

Foto: Christoph Raithel

Die schnellsten Radsplits seien im Lauf der vergangenen 20 Jahre um knapp 30 Minuten gedrückt worden und liegen nun bei 4 Stunden - das entspricht einem durchschnittlichen Stundenmittel von 45 km/h! Mit der Erweiterung der Drafting-Zone wolle man echte Einzelleistungen fördern und taktisches „Grauzonenfahren“ reduzieren.

IRONMAN zieht nun nach - auf Basis eines umfangreichen wissenschaftlichen Testprogramms. In einer am 27. Januar 2026 veröffentlichten Pressemitteilung gab IRONMAN bekannt, dass die Anpassung Ergebnis einer mehrphasigen Testreihe ist, die bereits im Juni 2025 gestartet wurde. Unter der Leitung des Aerodynamik-Experten Marc Graveline wurden professionelle Athletinnen und Athleten unter kontrollierten Bedingungen getestet.

Dabei kamen instrumentierte Räder, präzise Umweltdatenerfassung (Wind, Luftdichte, Steigung) sowie RaceRanger-Technologie zum Einsatz, um Abstände exakt einzuhalten. Getestet wurden Drafting-Zonen von 12, 16 und 20 Metern bei typischen IRONMAN-70.3-Renngeschwindigkeiten.

Foto: Sean M. Haffey / Getty Images for IRONMAN

Das zentrale Ergebnis:
Während der Unterschied zwischen 12 und 16 Metern keinen signifikanten Effekt zeigte, reduzierte ein Abstand von 20 Metern den aerodynamischen Vorteil deutlich und messbar. Gerade bei den heute üblichen hohen Geschwindigkeiten im Profifeld sei dies entscheidend, um den ursprünglichen Gedanken des Nicht-Windschattenfahrens zu wahren.

IRONMAN-CEO Scott DeRue betonte, man habe bewusst „jenseits von Meinungen“ agiert und in belastbare Daten investiert. Die Erkenntnisse seien klar genug gewesen, um die Regel nun verbindlich zu ändern.

Umsetzung ab 2026 – mit klarer Trennung der Felder

Die neue 20-Meter-Windschattenzone gilt bei IRONMAN und CHALLENGE ROTH ausschließlich für Profis eingeführt. Diese treten ab 1. März 2026 in Kraft. Details zur erlaubten Überholzeit und zur praktischen Umsetzung sollen im offiziellen Regelwerk veröffentlicht werden. Beide Veranstalter setzen auf das Race Ranger System zur Abstandsüberwachung.

Für Agegrouper bleibt alles beim Alten
Sowohl IRONMAN als auch CHALLENGE ROTH belassen den Abstand hier bei 12 Metern. Als Begründung nennt IRONMAN unter anderem geringere Durchschnittsgeschwindigkeiten, höhere Felddichte und andere Renncharakteristika. Man wolle die Altersklassenrennen fair und praktikabel gestalten, ohne unnötige Komplexität zu schaffen.

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